Geschichte des Commodore 64
Von einer revolutionären Markteinführung 1982 zum meistverkauften Heimcomputer aller Zeiten
Geschichte des Commodore 64: Der CES-Start 1982
Der meistverkaufte Heimcomputer der Geschichte, mit über 12,5 Millionen verkauften Einheiten zwischen 1982 und 1994.
Der Commodore 64 wurde im Januar 1982 auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas der Öffentlichkeit vorgestellt. Jack Tramiel, der Gründer von Commodore Business Machines, hatte sein Unternehmen auf einer einfachen, aber wirkungsvollen Philosophie aufgebaut: Computer für die Massen, nicht für die Klassen. Der C64 war der ultimative Ausdruck dieser Vision.
Sein Vorgänger, der VIC-20, hatte bereits bewiesen, dass Commodore erschwingliche Heimcomputer mit echtem Reiz herstellen konnte. Doch der C64 hob alles auf ein völlig neues Niveau. Die Maschine war mit 64 Kilobyte RAM ausgestattet, zu einer Zeit, als die meisten Heimcomputer nur einen Bruchteil davon boten. Noch wichtiger waren zwei Chips, die seinen Charakter grundlegend prägen sollten: der VIC-II-Videochip und der SID-Soundchip.

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Die revolutionäre Hardware des C64
Der VIC-II, der Video Interface Chip II, konnte 16 Farben gleichzeitig darstellen und unterstützte hardwarebeschleunigte Sprites, bis zu acht davon gleichzeitig auf dem Bildschirm. Damit war der C64 in der Lage, Spiele in Arcade-Qualität darzustellen, die auf Konkurrenzprodukten schlicht unmöglich waren. In Europa kam die PAL-Version MOS 6569 zum Einsatz, während Nordamerika die NTSC-Variante MOS 6567 erhielt.
Der SID-Chip (Sound Interface Device) war womöglich noch bemerkenswerter. Von Bob Yannes entworfen, verfügte er über drei unabhängige Oszillatoren, die jeweils verschiedene Wellenformen erzeugen konnten: Dreieck, Sägezahn, Puls und Rauschen. Jede Stimme besaß eine eigene ADSR-Hüllkurve und konnte gefiltert werden. Das Ergebnis war ein ausdrucksstarker Soundchip, der ernsthafte Musiker und Komponisten anzog, Künstler, die den Chip weit über das hinaustrieben, was seine Entwickler sich je vorgestellt hatten.
Die Marktdominanz des Commodore 64
Bei seiner Markteinführung kostete der C64 595 US-Dollar. Innerhalb eines Jahres brachten aggressive Preissenkungen ihn in die Reichweite von Millionen Familien. Mitte der 1980er Jahre hatte sich der C64 zum dominierenden Heimcomputer in vielen europäischen Märkten entwickelt und hielt auch in Nordamerika eine stärke Position. Softwarehersteller eilten herbei, um die Plattform zu unterstützen, und die Bibliothek verfügbarer Spiele und Anwendungen wuchs rasch in die Tausende.
Commodores aggressive Preisstrategie (der C64 wurde teilweise zum Selbstkostenpreis oder darunter verkauft) löste den sogenannten Heimcomputer-Preiskrieg von 1983 aus. Konkurrenten wie Texas Instruments und Atari konnten mit diesen Preisen kaum mithalten, und mehrere wurden vollständig aus dem Markt gedrängt. Jack Tramiels kompromisslose Geschäftstaktik erwies sich als verheerend effektiv.


Zwölf Jahre Commodore 64: Eine Produktionsgeschichte
Die Produktion des C64 lief bis 1994, eine bemerkenswerte Produktionszeit von zwölf Jahren. In dieser Zeit wurde das Gehäuse mehrfach überarbeitet, was zu Varianten wie dem originalen Breadbin-Design, dem schlankeren C64c und der konsolenartigen C64GS führte. Die Gesamtverkaufszahlen überstiegen 12,5 Millionen Einheiten, eine Zahl, die von keinem einzelnen Heimcomputer-Modell jemals übertroffen wurde.
Die Langlebigkeit des C64 war kein Zufall. Seine Kombination aus leistungsstarker Hardware, einer riesigen Softwarebibliothek und einem erschwinglichen Preis schuf einen sich selbst verstärkenden Kreislauf. Je mehr Geräte verkauft wurden, desto mehr Software wurde entwickelt. Je mehr Software verfügbar war, desto attraktiver wurde die Maschine für neue Käufer. Kein Konkurrent schaffte es, diesen Kreislauf während der Blütezeit des C64 zu durchbrechen.
Das Erbe des C64 in der Computergeschichte
Das Vermächtnis des C64 lebt bis heute fort. Eine aktive Gemeinschaft von Enthusiasten entwickelt weiterhin neue Software, Hardware-Erweiterungen und Musik, sowohl auf der Originalhardware als auch auf emulierten Systemen. Moderne Nachbauten wie der Commodore 64 Ultimate und THEC64 bringen das C64-Erlebnis einem neuen Publikum näher, während Emulatoren wie VICE es jedem ermöglichen, die umfangreiche Softwarebibliothek zu erleben.
Die Maschine, die Jack Tramiel vor über vierzig Jahren auf den Markt brachte, bleibt ein lebendiger Teil der Computerkultur. Ihr Einfluss zeigt sich in der Demoszene, in der Chiptune-Musik, im Retro-Gaming und bei den unzähligen Entwicklern und Musikern, die ihre Karriere auf einem C64 begannen. Für viele war er nicht nur ein Computer. Er war der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft.

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